Energie für Morgen
Wasserstoff als regionaler Motor!
Vom Windstrom zum vielseitigen Energieträger
Ostfriesland gehört zu den Regionen Deutschlands, in denen erneuerbare Energien schon heute sichtbar und wirtschaftlich relevant sind. Windparks an Land und auf See, leistungsfähige Netze, Häfen, industrielle Unternehmen und unterirdische Gasspeicher bilden eine besondere Ausgangslage für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft.
Grüner Wasserstoff kann dabei unterschiedliche Teile des Energiesystems miteinander verbinden: Er kann erneuerbaren Strom speicherbar machen, industrielle Prozesse klimaverträglicher gestalten und dort zum Einsatz kommen, wo eine direkte Elektrifizierung technisch oder wirtschaftlich an Grenzen stößt. Wasserstoff ist jedoch kein Selbstzweck und keine Universallösung. Entscheidend ist, ihn gezielt dort einzusetzen, wo sein Einsatz den größten Beitrag zur Energiewende leisten kann.
Für Ostfriesland eröffnet die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft die Chance, erneuerbare Energie nicht nur zu erzeugen, sondern auch regional zu speichern, zu transportieren und zu nutzen. Dadurch können neue Wertschöpfungsketten, Kooperationen und Arbeitsplätze entstehen.
Was ist grüner Wasserstoff?
Wasserstoff ist ein Energieträger, keine Primärenergiequelle. Er muss zunächst mithilfe anderer Energie hergestellt werden. Als grüner Wasserstoff wird Wasserstoff bezeichnet, der durch Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird.
Bei der Elektrolyse wird Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der Wasserstoff kann anschließend gespeichert, transportiert oder in verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden. Der bei der Elektrolyse entstehende Sauerstoff kann ebenfalls genutzt werden.
Die Bezeichnung „grün“ bezieht sich vor allem auf die Herstellung. Ob Wasserstoff tatsächlich zu einer klimaverträglichen Energieversorgung beiträgt, hängt deshalb wesentlich davon ab, aus welchen Quellen der eingesetzte Strom stammt und wie Erzeugung, Transport, Speicherung und Nutzung insgesamt gestaltet sind.
Quelle: Wasserstoff Niedersachsen – Wasserstoff
Wie wird grüner Wasserstoff hergestellt?
Das zentrale technische Element ist der Elektrolyseur. Er nutzt elektrische Energie, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Bei grünem Wasserstoff stammt der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind- oder Solarenergie.
Die Herstellung benötigt erhebliche Mengen an Strom. Ein Teil der eingesetzten Energie geht bei der Umwandlung verloren. Deshalb ist es in vielen Bereichen effizienter, erneuerbaren Strom direkt zu nutzen. Wasserstoff ist vor allem dort interessant, wo Strom nicht unmittelbar eingesetzt werden kann oder wo zusätzlich ein chemischer Rohstoff benötigt wird.
Die bei der Elektrolyse entstehende Wärme kann unter bestimmten Voraussetzungen weiterverwendet werden, beispielsweise in Wärmenetzen oder für industrielle Prozesse. Eine gute Einbindung in die regionale Infrastruktur ist daher entscheidend: Erzeugung, Stromnetze, Wärme, Speicherung, Leitungen und Abnehmer sollten möglichst zusammengedacht werden.
Quelle: Umweltbundesamt – Wasserstoff: Schlüssel im künftigen Energiesystem
Wo kann Wasserstoff eingesetzt werden?
Wasserstoff kann erneuerbare Energie über längere Zeit speichern und für unterschiedliche Anwendungen bereitstellen. Besonders relevant ist er in Bereichen, in denen fossile Energieträger oder fossile Rohstoffe heute nur schwer ersetzt werden können.
Mögliche Einsatzbereiche sind:
Industrie: Wasserstoff kann als Energieträger und als Rohstoff in energieintensiven Produktionsprozessen eingesetzt werden, zum Beispiel in der Stahl- und Chemieindustrie.
Schwerlastverkehr: Für Lkw, Busse und bestimmte Sonderfahrzeuge kann Wasserstoff eine Option sein, insbesondere bei langen Einsatzzeiten und hohen Reichweiten.
Schifffahrt: Wasserstoff und daraus hergestellte Kraftstoffe können dazu beitragen, maritime Anwendungen klimaverträglicher zu gestalten.
Luftverkehr: Für Flugzeuge wird Wasserstoff voraussichtlich vor allem indirekt eine Rolle spielen, etwa als Grundlage für synthetische Kraftstoffe.
Energiespeicherung: Wasserstoff kann genutzt werden, um überschüssigen erneuerbaren Strom umzuwandeln und zeitversetzt wieder verfügbar zu machen.
Wärme und Energieversorgung: In bestimmten industriellen oder systemischen Anwendungen kann Wasserstoff Erdgas schrittweise ersetzen.
Für Pkw, Gebäudeheizungen und viele kleinere Anwendungen ist die direkte Nutzung von Strom in der Regel effizienter. Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft sollte sich deshalb auf die Anwendungen konzentrieren, in denen Wasserstoff einen besonderen zusätzlichen Nutzen bietet.
Wasserstoff in Deutschland
Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie schafft die Bundesregierung den politischen Rahmen für die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen die Erzeugung von Wasserstoff, der Ausbau von Transport- und Speicherinfrastrukturen, die Entwicklung geeigneter Anwendungen sowie der Aufbau von Wertschöpfung und Fachkompetenz.
Für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft sind mehrere Voraussetzungen notwendig: ausreichend erneuerbarer Strom, leistungsfähige Elektrolyseure, sichere Speicher, ein ausgebautes Leitungsnetz, verlässliche Nachfrage und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen. Auch Importe und grenzüberschreitende Kooperationen werden eine Rolle spielen.
Die nationale Entwicklung ist deshalb eng mit regionalen Aktivitäten verbunden. Regionen wie Ostfriesland können zeigen, wie erneuerbare Energien, Infrastruktur, Industrie, Mobilität, Forschung und kommunale Planung miteinander verknüpft werden können.
Quelle: Bundesregierung – Nationale Wasserstoffstrategie
Ostfriesland als Wasserstoffregion
Ostfriesland vereint mehrere Standortvorteile: In der Region wird viel Windenergie erzeugt, gleichzeitig gibt es industrielle und maritime Anwendungen, Häfen, leistungsfähige Energieinfrastrukturen sowie Erfahrungen mit der Speicherung und dem Transport gasförmiger Energieträger.
Die vier Gebietskörperschaften – die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie die kreisfreie Stadt Emden – arbeiten mit Unternehmen, Verbänden, Forschungseinrichtungen und weiteren Organisationen daran, diese Potenziale zusammenzuführen. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Anlagen, sondern eine möglichst durchgängige regionale Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis zur Nutzung.
Dabei geht es unter anderem um Elektrolyseure, Wasserstofftankstellen, Mobilitätsanwendungen, industrielle Nutzung, maritime Anwendungen, Forschung und Entwicklung sowie die Qualifizierung von Fachkräften. Auch die Zusammenarbeit mit den Niederlanden ist von Bedeutung, weil die Region wirtschaftlich, infrastrukturell und wissenschaftlich eng mit dem nordniederländischen Raum verbunden ist.
Grüner Wasserstoff aus Emden
In Emden entsteht im Rahmen des Projekts Clean Hydrogen Coastline eine Elektrolyseanlage im industriellen Maßstab. Der Elektrolyseur soll eine Leistung von 320 Megawatt erreichen und gehört damit zu den größten geplanten Wasserstofferzeugungsanlagen Europas.
Die Anlage soll ab 2027 grünen Wasserstoff für Industrie, Energiewirtschaft und Schwerlastverkehr erzeugen. Nach Angaben von EWE liegt die erwartete Jahresproduktion – abhängig vom verfügbaren erneuerbaren Strom – bei etwa 25.000 bis 30.000 Tonnen beziehungsweise rund einer Terawattstunde Energie.
Geplant ist die Anbindung an die Strominfrastruktur und das Wasserstoff-Kernnetz. Zusätzlich sollen Speichermöglichkeiten in der Region genutzt werden. Damit können Erzeugung, Speicherung, Transport und Anwendung miteinander verbunden werden.
Für die regionale Wirtschaft ist das Projekt ein wichtiger Impuls. Bereits während Planung und Bau können Unternehmen aus der Region als Dienstleister und Zulieferer beteiligt werden. Langfristig kann die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff die Ansiedlung weiterer Unternehmen unterstützen – vorausgesetzt, Infrastruktur, Preise und Nachfrage entwickeln sich gemeinsam.
Quelle: Clean Hydrogen Coastline – Elektrolyse Ostfriesland
H2-Ostfriesland: Gemeinsam zur Wasserstoffregion
Die Initiative H2-Ostfriesland bündelt die Wasserstoffaktivitäten in der Region und unterstützt den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft. Beteiligt sind die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund, die Stadt Emden, die Hochschule Emden/Leer, die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg sowie die MARIKO GmbH.
Die Vorbereitungen begannen 2021 mit einem „Runden Tisch Wasserstoff“. Im Rahmen des Bundesprogramms HyLand wurde Ostfriesland anschließend als HyStarter-Region ausgewählt. In Strategiedialogen und Arbeitsgruppen entwickelten regionale Akteurinnen und Akteure ein gemeinsames Bild der möglichen Erzeugungs- und Anwendungspotenziale von grünem Wasserstoff.
Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem:
die Erzeugung von grünem Wasserstoff aus regionaler Windenergie,
die Speicherung und der Transport des Energieträgers,
Wasserstoffanwendungen im öffentlichen Verkehr und im Schwerlastverkehr,
maritime und industrielle Einsatzmöglichkeiten,
der Aufbau einer regionalen Infrastruktur,
die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung,
die Entwicklung zukunftssicherer Arbeitsplätze und Kompetenzen.
Die durch das Land Niedersachsen geförderte Projektphase von H2-Ostfriesland endete 2025. In dieser Zeit wurden die Geschäftsstelle beim Landkreis Aurich, ein regionales Netzwerk, erste Projektansätze und zahlreiche Fachveranstaltungen aufgebaut. Das Ende der Förderphase ist dabei kein Ende der regionalen Zusammenarbeit. Die aufgebauten Kontakte und Ergebnisse sollen für weitere Projekte und eine breitere kommunale Energiewende genutzt werden.
Die Initiative zeigt zugleich, dass der Wasserstoffhochlauf kein Selbstläufer ist. Förderbedingungen, Investitionsentscheidungen, Regulierung, Infrastruktur und Nachfrage entwickeln sich langsamer und unsicherer als zunächst erwartet. H2-Ostfriesland setzt deshalb zunehmend auf eine systemische Betrachtung: Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein, aber nicht die einzige Lösung für die regionale Energiewende.
Quellen:
Landkreis Aurich – Projekt H2-Ostfriesland: Abschlussveranstaltung markiert Ende der Förderphase
Wasserstoff Niedersachsen – HyStarter: Wasserstoffregion Ostfriesland
Die Hochschule Emden/Leer: Wissenschaft, Labor und Wissenstransfer
Die Hochschule Emden/Leer ist nicht nur Netzwerkpartnerin, sondern eine wissenschaftliche und anwendungsorientierte Akteurin im Aufbau der Wasserstoffregion. Sie war an der Vorbereitung und Umsetzung von H2-Ostfriesland beteiligt und gehörte zu den Partnern, die eine gemeinsame Wasserstoffstrategie für Ostfriesland entwickeln wollten.
Beteiligung an H2-Ostfriesland und HyStarter
Die Hochschule brachte ihre technische und wissenschaftliche Expertise in den regionalen Strategieprozess ein. Ein besonderer Beitrag lag in der Betrachtung des Energiesystems: Für die Entwicklung der Wasserstoffregion müssen Erzeugung, Stromnetze, Speicher, Leitungen und Abnehmer gemeinsam betrachtet werden. Energiesystemmodelle und regionale Szenarien helfen dabei, unterschiedliche Entwicklungspfade zu vergleichen und Chancen wie Engpässe frühzeitig sichtbar zu machen.
Die Ergebnisse aus dem HyStarter-Prozess bilden eine Grundlage für weitere kommunale Planungen und Investitionsentscheidungen. Die Hochschule unterstützt damit eine Entwicklung, die nicht allein auf Einzelprojekte, sondern auf das Zusammenspiel der gesamten regionalen Infrastruktur setzt.
HyLab: Wasserstoffentwicklung am Campus Emden
Ein wesentlicher Baustein der Hochschulaktivitäten ist das HyLab. Das Wasserstoffentwicklungslabor bietet Unternehmen und weiteren Partnern die Möglichkeit, komplexe Fragestellungen rund um Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien gemeinsam mit der Hochschule zu bearbeiten.
Im Mittelpunkt stehen anwendungsorientierte Fragen – etwa zur effizienten Erzeugung von Wasserstoff, zu seiner Speicherung und zur Nutzung in Brennstoffzellen. Das Labor verbindet Forschung, praktische Erprobung und Wissenstransfer. Dadurch können regionale Unternehmen technische Lösungen frühzeitig bewerten und gemeinsam mit der Hochschule weiterentwickeln.
Das HyLab ist damit mehr als ein einzelnes Labor: Es schafft eine Schnittstelle zwischen Hochschule, Wirtschaft und regionaler Wasserstoffstrategie.
Quelle: Hochschule Emden/Leer – HyLab / H2-Ostfriesland
Weitere Wasserstoffaktivitäten der Hochschule
Die Wasserstoffkompetenzen der Hochschule reichen über H2-Ostfriesland und das HyLab hinaus. Dazu gehören unter anderem:
H2Agrar: In diesem Forschungsprojekt wurde untersucht, wie eine dezentrale Wasserstoffwirtschaft für die Landwirtschaft entwickelt und praktisch umgesetzt werden kann. Betrachtet wurde die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Speicherung und Verteilung bis zur Nutzung. Ein Schwerpunkt lag auf wasserstoffbetriebener Mobilität in der Landwirtschaft und ihrer Einbindung in das Gesamtenergiesystem.
H2Watt: Das abgeschlossene grenzüberschreitende Projekt zielte auf den Aufbau eines Technologie-Clusters und von Reallaboren für die effiziente Produktion, Speicherung, Nutzung und den Transport von Wasserstoff im Wattenmeerraum. Damit wurde die Verbindung von Wasserstoffwirtschaft, maritimen Anwendungen und deutsch-niederländischer Zusammenarbeit gestärkt.
Power-to-Gas und regionale Energiesysteme: Forschende der Hochschule beschäftigen sich mit der Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff sowie mit den Entwicklungsperspektiven einer Wasserstoffwirtschaft in Ostfriesland.
Wissenstransfer und Nachwuchsförderung: Die Hochschule bringt Wasserstoffthemen in Vorträge, Fachveranstaltungen und praxisnahe Bildungsformate ein. Dazu gehören beispielsweise Beiträge zu den Wasserstoffplänen in Emden sowie die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bei wasserstoffbezogenen Wettbewerben.
Die Aktivitäten machen deutlich: Die Hochschule begleitet die Wasserstoffentwicklung nicht nur wissenschaftlich, sondern schafft auch Räume für Erprobung, Kooperation und Qualifizierung. Für eine junge Technologiebranche ist diese Verbindung von Forschung, Praxis und Nachwuchs besonders wichtig.
Weiterführende Quellen:
Hochschule Emden/Leer – Vorträge zu grünem Wasserstoff aus Emden
Hochschule Emden/Leer – Emder Coaching beim Wasserstoff-Küsten-Cup
Grenzüberschreitend denken: die Hydrogen Cross Border Conference
Wasserstoffwirtschaft endet nicht an Verwaltungs- oder Landesgrenzen. Die Hydrogen Cross Border Conference bringt Akteurinnen und Akteure aus Deutschland und den Niederlanden zusammen. Im Mittelpunkt stehen Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Erzeugung und Speicherung über Transport und Infrastruktur bis zu Industrie, Mobilität, Häfen und Schifffahrt.
Die Konferenz hat sich zu einem wichtigen Austauschformat für den Nordwesten Deutschlands und den Norden der Niederlande entwickelt. Die fünfte Ausgabe im Jahr 2025 erreichte erneut mehr als 200 Teilnehmende. Das von H2-Ostfriesland, dem Landkreis Aurich, MARIKO, OLEC, der H2-Region Emsland, der New Energy Coalition und FME getragene Format soll auch nach dem Ende der Förderphase von H2-Ostfriesland fortgeführt werden.
Quelle: Hydrogen Cross Border Conference
Wasserstoff braucht ein funktionierendes Gesamtsystem
Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist mit technischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen verbunden. Grüner Wasserstoff benötigt erneuerbaren Strom, leistungsfähige Anlagen, Wasser, Speicher, Leitungen und geeignete Abnehmer. Jede zusätzliche Umwandlung verursacht Energieverluste. Deshalb müssen Projekte sorgfältig geplant und in das regionale Energiesystem eingebunden werden.
Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind entscheidend. Unternehmen brauchen verlässliche Preise, klare Regeln und eine absehbare Nachfrage, bevor sie in neue Anlagen und Verfahren investieren. Kommunen benötigen belastbare Daten für ihre Planungen. Forschung und Hochschulen können helfen, technische und systemische Fragen zu beantworten. Netzwerke wie H2-Ostfriesland schaffen den Raum, in dem diese Perspektiven zusammenkommen.
Die zentrale Frage lautet daher nicht nur: Wie viel Wasserstoff kann Ostfriesland erzeugen? Ebenso wichtig ist: Wo wird er sinnvoll gebraucht, wie kommt er dorthin und welchen regionalen Nutzen erzeugt er?
Ausblick: Ostfriesland als Reallabor der Energiewende
Ostfriesland bringt wichtige Voraussetzungen für eine Wasserstoffregion mit. Windenergie, Häfen, Industrie, Speicher, Forschungseinrichtungen und grenzüberschreitende Netzwerke treffen hier aufeinander. Die geplante Elektrolyseanlage in Emden kann ein zentraler Baustein werden. Gleichzeitig braucht es weitere Projekte, verlässliche Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte und eine realistische Abstimmung zwischen Erzeugung und Nachfrage.
Die Hochschule Emden/Leer leistet dazu einen wichtigen Beitrag: als Strategiepartnerin, Forschungseinrichtung, Entwicklungspartnerin für Unternehmen und Ort für Wissenstransfer und Nachwuchsförderung. H2-Ostfriesland hat in der Förderphase wichtige Grundlagen geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, die aufgebauten Netzwerke zu nutzen und aus Konzepten tragfähige Anwendungen zu entwickeln.
Grüner Wasserstoff wird die Energiewende nicht allein lösen. Richtig eingesetzt kann er jedoch dazu beitragen, erneuerbare Energien regional nutzbar zu machen, industrielle Prozesse zu transformieren und Ostfriesland als innovativen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort weiterzuentwickeln.